Uebrigens konnte er ja Nichts überlegen, Nichts berechnen in dem Augenblick, wo die Eiferſucht an ſeinem Herzen nagte; wo Agnelette, in ſchneeweißem Kleide, am Fuß des Altars einem Andern ewige Treue gelobte.
Und wem gelobte ſie ihre Treue?
Dieſem elenden kleinen Engoulevent, der ihn auf ſeinem Baum entdeckt und im Gebüſch den Spieß gefunden hatte, welcher ihm die Riemenhiebe von Markotte's Hand eintrug.
O wenn er das gewußt hätte!
Wie würde er gewünſcht haben, daß das Unglück ihm widerführe, ſtatt Markotte!
Was war die phyſiſche Qual, welche er durch die Riemenhiebe ausgeſtanden hatte, gegen die mo⸗ raliſche Qual, die er jetzt erlitt!
Hätte er ſich nicht durch ehrgeizige Wünſche ver⸗ locken laſſen, die ihn wie mit Geiersflügeln über ſeine Sphäre hinaushoben, während er als geſchickter Hand⸗ werker ſechs Franken täglich verdienen konnte, wel⸗ ches Glück würde ihm nicht dann an der Seite eines holden Weibchens wie Agnelette geblüht haben?
1 beDenn offenbar hatte Agnelette ihn zuerſt ge⸗ iebt.
Vielleicht liebte ſie ihn ſogar noch jetzt, im Augen⸗ blick, wo ſie einen Andern heirathete.
Unter ſolchen Betrachtungen floß Thibaults Zeit dahin.
Die Nacht kam.
So beſcheiden die Vermögensumſtände der Braut⸗ leute, ſo eng begrenzt die Wünſche der Bauern ſein mochten, die ihnen das Geleite gaben, ſo war doch
Dumas, der Wolfsführer. II. 3


