Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

der Stirne eine rothe Haarlocke hat, niemals mein Herz ſchenken.“

Und die Erinnerung an dieſe unglückſelige Locke, die ſchon über Tiſch ſo gewaltig auf ihre Lachmus⸗ keln gewirkt hatte, rief bei Madame Magloire einen neuen Ausbruch ihrer Heiterkeit hervor.

Thibault wurde von einer grimmigen Wuth über die Amtmännin erfaßt.

„Ha, verrätheriſches Weibsbild,“ ſagte er,„ich weiß nicht, was ich darum geben würde, wenn Dein Mann, Dein braver, ehrlicher Mann, jetzt hereinkäme und Dich überraſchte.“

Thibault hatte nicht ſo bald dieſen Wunſch vol⸗ lendet, als die Verbindungsthüre zwiſchen den Zim⸗ mern der beiden Gatten ſich wagenweit öffnete und Herr Magloire mit einer rieſigen Nachtmütze auf dem Kopf, die ihm beinahe fünf Fuß Höhe gab, und einem brennenden Wachsſtock in der Hand, ins Zim⸗ mer trat.

„Ei der Tauſend!“ murmelte Thibault,„ich glaube, jetzt kommt das Lachen an mich.“