Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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erregenden Phyſiognomie weggenommen. Allerdings ging keine Schildwache mehr in gemeſſenem Schritt und blankem Helm auf den Wällen hin und her; kein Bogenſchütze mit gellem Horn wachte mehr auf ſeinem Thurme; am Schlupfthor ſtanden keine zwei Bewaffnete mehr, um beim mindeſten Lärmzeichen das Schutzgatter fallen zu laſſen und die Brücken aufzuziehen. Aber ſchon die Einſamkeit des Gebäu⸗ des, wo ſich alles Leben in den Mittelpunkt zurück⸗ gezogen zu haben ſchien, verlieh dem düſtern Granit⸗ rieſen, beſonders bei Nacht, die furchtbare Majeſtät ſtummer Unbeweglichkeit.

Gleichwohl war der Herr dieſer alten Burg kein böſer Geſelle, und, wie ſeine genaueren Bekannten ſagten, die ihm mehr Gerechtigkeit widerfahren ließen als Andere, es war bei ihm mehr Geſchrei als Wolle, und er jagte den Chriſtenmenſchen mehr Angſt ein, als er ihnen Leid anthat.

Wir ſagen wohlverſtanden den Chriſtenmenſchen, denn den Thieren des Waldes war er ein erklärter und unverſöhnlicher Todfeind.

Er war Wolfsjägermeiſter des Herrn Ludwig Philipp von Orleans, des vierten ſeines Namens, und dieſes Amt geſtattete ihm, ſeiner zügelloſen Lei⸗ denſchaft für die Jagd nach Herzensluſt zu fröhnen.

In allen Dingen, obſchon es nicht ſo leicht ging, war es noch möglich dem Baron Jean Vernunft bei⸗ zubringen; aber hatte ſich der würdige Herr einmal in Jagdangelegenheiten eine Idee in den Kopf ge⸗ ſetzt, dann mußte er auch um jeden Preis ſeinen Willen durchſetzen.

Er hatte, ſagte man, eine natürliche Tochter des