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Bertha, indem ſie Mary über Mezeray und Vely berichtete.
Aus dieſer verſtümmelten Lectüre waren für die
beiden jungen Mädchen ziemlich falſche Vorſtellun⸗ gen von dem wirklichen Leben und den Gewohn⸗ heiten und Anforderungen einer Welt, die ſie nie geſehen, von der ſie kaum reden gehört hatten, entſprungen. Bei der erſten Communion der beiden Mädchen hatte der Pfarrer von Machecoul, der ſie um ihrer Frömmigkeit und Herzensgüte willen liebte, einige Bemerkungen über die ſeltſame Exiſtenz, die man ihnen durch eine ſolche Erziehung bereitete, gewagt; aber dieſe freundſchaftlichen Warnungen brachen ſich an der egoiſtiſchen Gleichgültigkeit des Marquis von Souday.
So war die von uns beſchriebene Erziehung fortgeſetzt worden und aus dieſer Erziehung eine Reihe von Gewohnheiten entſprungen, welche, Dank ihrer bereits ſo falſchen Stellung, Bertha und ihre Schweſter in der ganzen Gegend in einen ſehr ſchlimmen Ruf gebracht hatten.
Und wirklich war der Marquis von Souday von Edelleuten umgeben, welche ihn um den Ruhm ſeines Namens beneideten und nur nach einer Ge⸗ legenheit begehrten, ihn die Geringſchätzung fühlen zu laſſen, welche die Ahnen des Marquis wahrſchein⸗ lich gegen die Ihrigen an den Tag gelegt hatten; ſo begann man, bei der Wahrnehmung, daß er die Früchte einer ungeſetzlichen Verbindung in ſeiner Wohnung behielt und ſeine Töchter nannte, das Leben, das er in London geführt, auszupoſaunen;


