—
5
erwähnte Edelſitz übrig geblieben, doch des Namens ſeines Vaters, erſter Page Seiner Königl. Hoheit, des Grafen von Provence.
Mit 16 Jahren, dieß war das Alter, worin da⸗ mals der Marquis ſtand, ſind die Ereigniſſe nichts als Zufälligkeiten: außerdem war es ſchwer, an dem epikuräiſchen, voltairiſchen und conſtitutionellen Hof von Luxembourg, wo der Egoismus ſich nach Belieben ausdehnen konnte, nicht in tiefe Sorgloſig⸗ keit zu verſinken.
Es war der junge Marquis, welcher auf den Grdve⸗Platz geſandt worden, um den Moment ab⸗ zupaſſen, wo der Henker Favras den Strick um den Hals legen und wo dieſer, ſeinen letzten Seufzer ausſtoßend, damit Seiner Königlichen Hoheit die einen Augenblick geſtörte Ruhe wieder geben würde.
Er war eiligen Laufs nach dem Luxembourg zu⸗ rückgekehrt, um zu melden:
„Monſeigneur, es iſt geſchehen!“
Und Monſeigneur hatte mit ſeiner hellen und ſchwächlichen Stimme geſagt:
„Zur Tafel, meine Herren, zur Tafel.“
Und man hatte ſoupirt, als ob nicht eben ein braver Edelmann, der freiwillig das Leben für Seine Hoheit geopfert hatte, wie ein Mörder und Vaga⸗ bond gehängt worden wäre.
Dann waren die erſten düſtern Tage der Re⸗ volution, die Veröffentlichung des rothen Buchs, der Rücktritt Neckers, der Tod Mirabeau's gekommen.
Eines Tags, den 22. Februar 1791, war eine große Volksmenge herbeigeſtrömt und hatte das Luxembourg umringt.


