Der Vicomte von Montgommery. 205
Einſamkeit genieße. Wir ſind alſo jetzt quitt, Herr Graf, und ich habe Euch nichts mehr zu ſagen.“
Als der unglückliche junge Mann die Augen wieder erhob, ſah er Diana von Caſtro ohnmächtig vor ihrem Betpulte liegen, während ein dämoniſches Lächeln um die Lippen ihrer ſchändlichen Mutter ſpielte.
In wahnſinniger Verzweiflung that er einige Schritte auf ſie zu und erhob die Hand nach ihr
Aber vor ſich ſelbſt erſchreckend, hieli er inne, ſchlug ſich vor die Stirn und rief:
„Lebe wohl, Diana, lebe wohl!“
Er eilte aus dem Kloſter und verließ Saint⸗Quen⸗ tin noch zu der nämlichen Stunde.
Um das Maß ſeines Schmerzes voll zu machen, fand er bei ſeiner Ankunft in Paris die brave Aloyſe nach einer kurzen Krankheit verſchieden.
Am folgenden Tage begab er ſich zu dem Admiral Coligny und bot ihm ſeine Dienſte an, welche dieſer mit Freuden annahm. Von dieſen Augenblicke iſt die Ge— ſchichte des Grafen von Montgommerh. die der Religions⸗ kriege, welche die Regierung Karls IX. mit Blut befleckten und in denen er eine ſehr bedeutende Rolle ſpielt
Endlich, nachden er vierzehn Jahre lang gegen die
Gemahlin und die Söhne Heinrichs II. mit großem Gluͤcke


