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Der Vicomte von Montgommery. 203
Geheimniß zu offenbaren, von welchem ich geſtern ſprach und das ich Dir nicht länger vorenthalten darf. Ich habe Dir ſchon geſagt, daß ich nicht allein, um Dich zu ſegnen, den Ort verlaſſen habe, an welchem ich ſeit faſt zwei Jahren in Ruhe und Frieden lebe. Haltet meine Worte nicht für Ironie, Herr Graf,“ ſagte ſte in ſpötti⸗ ſchem Tone zu Gabriel,„ich bin Euch wirklich dankbar, daß Ihr mich einer gottloſen und verderbten Welt ent⸗ riſſen habt, und um es Euch zu beweiſen, will ich Euch eine Sünde, vielleicht ein Verbrechen erſparen.“
„Was bedeutet dies?“ riefen Gabriel und Diana faſt zu gleicher Zeit.
„Ich bin überzeugt, mein Kind,“ fuhr Diana von Poitiers mit ihrer hölliſchen Kaltbluͤtigkeit fort,„daß ich geſtern mit einem einzigen Worte die Gelübde, welche Ihr ablegtet, auf Euren Lippen hätte zurückhalten kön⸗ nen. Aber es kam mir nicht zu, Gott eine Seele zu entreißen, die ſich ihm freiwillig und in ihrer ganzen jungfräulichen Reinheit hingab. Heute jedoch breche ich das Stillſchweigen, weil ich aus dem Schmerze des Herrn von Montgommery erſehe, daß Du noch immer in ſeinen Gedanken lebſt. Aber er muß Dich durchaus vergeſſen. Und dennoch, wenn er fortwährend in dem Wahne bliebe, Du könnteſt ſeine Schweſter, die Tochter des Grafen von


