192 Der Vicomte von Montgommery.
ihn morgen durch eine gewagte aber nothwendige Ope⸗ ration zu retten. Seid alſo um neun Uhr hier, um Paré nöthigenfalls zu unterſtützen.“
„Gewiß,“ ſagte der Balafré,„denn darauf beruht unſre einzige Hoffnung. Wie gut wäre es, wenn wir dem guten Connetable zum Willkommen den Kopf ſeines Neffen von Condé entgegenſchicken könnten! Aber dieſer 1'Hopital verdirbt alles.“
„Wenn wir indeß anſtatt ſeiner Unterſchrift die des
Königs unter das Urtel bekommen könnten,“ erwiederte
Karl von Lothringen, ſo würde uns nichts entgegenſtehen, die Hinrichtung morgen früh vor der Ankunft des Con⸗ netable vollziehen zu laſſen.“
„Ja, dies wäre zwar nicht ganz geſetzmäßig, aber doch möglich.“
„Nun wohl,“ fuhr der Cardinal fort,„ſo laßt mich jetzt allein; Ihr könnt ohnehin dieſe Nacht hier nichts mehr thun und werdet der Ruhe für morgen bedürfen. Ich will jetzt die Verzweiflungscur unſres Glücks verſuchen.“
„Nur bitte ich Euch, nichts Entſcheidendes zu thun, ohne es mir vorher wiſſen zu laſſen.“
„Seid unbeſorgt, Herr Bruder; wenn ich habe, was wir brauchen, ſo komme ich vor Tagesanbruch zu Euch, um das Weitere zu beſprechen.“


