Der Vicomte von Montgommery⸗ 191
zog ſeinen Bruder ſogleich in eine Fenſterniſche und ſagte zu ihm:
„Eine fürchterliche Neuigkeit! Der Connetable von Montmorench iſt mit funfzehnhundert Edelleuten von Chan⸗ tilly aufgebrochen und wird morgen mit ſeiner Truppe vor den Thoren von Orleans erſcheinen.“
„Dies iſt in der That eine ſchlimme Nachricht,“ er⸗ wiederte der Cardinal.„Der alte Fuchs will den Kopf ſeines Neffen retten und ich wette, daß ihn die Königin Mutter hat kommen laſſen.“
„Was iſt nun zu thun?“
„Wir müſſen dem Connetable mit unſern Leuten entgegengehen.“
„Getraut Ihr Euch Orleans zu halten, wenn ich mit meinen Streitkräften nicht mehr hier bin?“ fragte der Balafré.
„Nein, leider nicht,“ entgegnete der Cardinal,„denn faſt alle Bewohner von Orleans ſind im Herzen Anhän⸗ ger der Bourbons und Hugenotten. Aber wir haben wenigſtens die Generalſtaaten für uns.“
„Und l'Hopital gegen uns, dies bedenkt wohl. Wie geht es mit dem Könige?“
„Sehr ſchlecht; doch hat Ambroſtus Paré, den die Königin nach Orleans hat kommen laſſen, noch Hoffnung,


