174 Der Vicomte von Montgommery.
„Ich möchte wiſſen, wie Ihr es auf andre Art ein⸗ richten wolltet.“
„Dies iſt ſehr einfach, Herr Herzog. Als ich Pro⸗ teſtant wurde, habe ich den hugenottiſchen Anführern offen erklärt, daß mich heilige Verpflichtungen gegen den König, die Königin und gegen Euch ſtets während der Dauer der jetzigen Regierung hindern würden, in den Reihen der Proteſtanten zu kämpfen. Sie wiſſen, daß die Re⸗ formation für mich nur eine Glaubensſache, aber keine Parteiſache iſt. Mit ihnen wie mit Euch habe ich mir die volle Freiheit in meinem Handeln ausbedungen, und wenn ich mich alſo neutral verhalte, ſo glaube ich ehren⸗ werth und geehrt zu bleiben.“
„Ihr ſeid ein ſonderbarer Mann, Gabriel,“ ſagte der Herzog etwas ruhiger.
„Warum ſonderbar, gnädiger Herr? Etwa deshalb, weil ich ſage was ich thue und thue was ich ſage? Ich gebe Euch mein Ehrenwort, daß ich durchaus nichts von einer Verſchwörung der Proteſtanten gewußt habe.“
Der Herzog reichte dem jungen Grafen die Hand.
„Ich habe Unrecht gehabt,“ ſagte er mit Herzlich⸗ keit zu ihm.„Entſchuldigt meine Aufwallung mit dem Schmerze, den ich empfand, als ich Euch, auf den ich ſo ſicher gerechnet hatte, unter meinen Feinden ſah.“


