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Vierundzwanzigſter Brief.
9 Am 1. Juni 1638.
Es iſt heute gerade ein Monat, daß ich Euren letz⸗ ten Brief erhalten habe; ein Monat, daß ich unſere Taube nicht geſehen; ein Monat, daß mir nichts von Euch ge⸗ ſprochen hat, mein Herz ausgenommen.
Doch es iſt keine Zeit verloren. Nur ſind die Mi⸗ nuten zu Stunden, die Stunden zu Tagen, die Tage zu Naheen, ueworben. Werde ich ſo noch zwei Monate warten können
Ja, denn ich werde die Hoffnung erſt am letzten Tage verlieren.
Ich ſchreibe dieſen Brief, ohne zu wiſſen, ob Ihr ihn je erhaltet; doch ich ſchreibe ihn, damit Ihr, an dem Tage, der uns trennen oder wiedervereinigen ſoll, wiſſet, Iſabelle, daß ich bei jedem Schlage meines Herzens an Euch gedacht habe.


