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keit und im Schweigen der Nacht ſich ausdehnenden Ge⸗ ſang der Nachtigall.—
Und ich ſehe dies Alles dergeſtalt, daß ich, befände ich mich je in dem von Euren Blicken umfaßten Kreiſe, ſagen würde: Das ſind die entflammten Hügel, das ſind die Schneeberge, das ſind die Silberbäche, das ſind die Mohrflüſſe, das ſind die Granatbäume, das ſind die Lor⸗ beentsſen das ſind die Myrten, das iſt hier, das iſt
er.
Dann ſehe ich auch Eure Einſiedelei über den Gar⸗ tenmauern mit ihren von Jasminen und Weinranken ver⸗ ſchleierten Fenſtern ſich erheben; dann ſehe ich Euch ſelbſt in Eurer weißen Zelle, am Fuße Eures ſchönen Shriſus knieend, für Euch und beſonders für mich eten.
Sagt mir, wer iſt der Koͤnig, deſſen Portrait in Eurem Zimmer hängt, der Koͤnig, für den Ihr eine beſondere Verehrung hegt, damit ich auch ein Portrait von dieſem Koͤnig habe, damit ich eine Religion mehr habe, die Eure Religion iſt?
Sodann möchte ich auch Euch ſehen. Ohl ſeid ruhig, nur durch den Geiſt. Ihr habt mir geſagt, für Euch beſtehe die Vergangenheit nicht mehr, und ich ſoll Euch nur über die Gegenwart und Zukunft befragen. Ueberlaſſen wir die Vergangenheit der Vernichtung, und ſagt mir, wie alt Ihr ſeid, unter welchen Zügen ich mir ein dem Eurigen ähnliches Bild machen ſoll; ſagt mir, ſeit welcher Zeit Ihr in die Einſiedelei eingetreten ſeid, ſagt mir, wann Ihr der Welt ein entſchiedenes Lebewohl ſagen wollt.
Ich moͤchte auch wiſſen, wie weit wir von einander entfernt ſind. Iſt es möglich, das zu berechnen?
Ihr kommt mir ſo gut vor, daß ich nicht bange
habe, Euch zu ermüden. Ihr kommt mir ſo unterrichtet
vor, daß ich nicht das Unmoöͤgliche von Euch zu ver⸗ langen befürchte. 8


