Druckschrift 
Die Taube : zwei Bändchen / von Alexandre Dumas. Aus d. Franz. von August Zoller
Entstehung
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Zweiter Brief.

Am 6. Mai 1637.

Meinen Dank, wer Ihr auch ſein möget, der Ihr mir meine einzige Geſellſchaft zurückgegeben habt. Doch Ihr ſeht, Eure fromme Handlung erhält ihren Lohn, als ob die reizende Boͤtin, die mir Euren Zettel gebracht, begrif⸗ fen hätte, ich habe mich bei Euch zu bedanken, und es ſei, da ich nicht wiſſe, wo Ihr wohnet, meine einzige Furcht, der Kälte von Euch beſchuldigt zu werden, Die⸗ ſelbe Unruhe, die ſie bei Euch erfaßt hatte, hat ſie auch bei mir erfaßt. Geſtern, bei ihrer Rückkehr, gab ſie ſich ganz nur der Freude, mich wiederzufinden, hin. Doch dieſen Morgen, ſeht, wie veränderlich ſie iſt, dieſen Mor⸗ gen genüge ich ihr nicht mehr; ſie ſtoͤßt mit ihrem Schnabel und ihrem Flügel nicht an das Gitter ihres Käſichs, denn ſie hat nie einen ſolchen gehabt, ſondern an die Scheiben meines Fenſters; ſie will nicht mehr mir allein gehören, ſie will uns Beiden gehören. Gut; gegen die Anſicht von Vielen denke ich, man verdopple das, was man beſitze, indem man es theile. Wir werden fort⸗ an zwei Iris haben; und bemerkt, ich habe ſie Iris ohne Zweifel in der Vorausſicht genannt, ſie werde eines Tags unſere Bötin ſein, Eure Iris, die mir Eure Briefe bringt, meine Iris, die Euch meine Briefe bringt. Ihr werdet wohl die Güte haben, mir zu ſagen, welchen Dienſt Ihr ihr geleiſtet habt, und wie ſie in Eure Hände gefallen war. Es ſetzt Euch vielleicht in Erſtaunen, daß ich mich auf der Stelle Euch, dem Unbekannten oder der Unbekannten, hingebe. Doch Ihr ſeid gut, da Ihr mir meine Taube zuruͤckgeſchickt habt; ſodann habt Ihr mir