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Die Taube : zwei Bändchen / von Alexandre Dumas. Aus d. Franz. von August Zoller
Entstehung
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Erſter Brief.

Am 5. Mai 1637.

Schoͤne Taube mit dem ſilbernen Gefieder, mit dem ſchwarzen Halsband und den roſenrothen Fücken, da dir dein Gefängniß ſo grauſam dünkt, daß du dich am Gitter deſſelben zu tödten drohſt, ſo ſetze ich dich in Freiheit. Weil du mich aber ohne Zweifel verlaſſen willſt, um zu einer andern Perſon zu gelangen, die du mehr liebſt als mich, ſo iſt es meine Pflicht, dich wegen dei⸗ ner acht Tage Abweſenheit zu entſchuldigen. Ich bezeuge, daß ich dich mit einer ewigen Gefangenſchaft den Dienſt, den ich dir geleiſtet, wollte bezahlen laſſen, ſo ſelbſtſüch⸗ tig iſt das menſchliche Herz, daß es nichts zu thun ver⸗ mag, ohne die Bezahlung für das, was es gethan, oft um das Doppelte ſeines Werthes zu verlangen. Gehe alſo, niedliche Bötin, ſchenke deine Gegenwart wieder und bringe mein Bedauern demjenigen oder derjenigen, welche dich trotz der Entfernung ruft, und die du trotz des Raumes ſuchſt. Dieſen Zettel, den ich dir an den Flügel binde, iſt die Schutzwache deiner Treue. Noch einmal alſo, lebe wohl; das Fenſter öffnet ſich, der Him⸗ mel erwartet dich... Lebewohl!