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„Otto, mein Otto!“ ſchrie Charlotte voll Ent⸗ ſetzen, nachdem ſie ſich aus Leclerc's Armen losge⸗ macht und das Tuch abgeriſſen hatte, womit man ihr den Mund verſtopft gehabt hatte.
Zugleich ſchwang ſie ſich über den Rand des Kahnes hinab, ward aber noch von dem langen Meſſer ab⸗ ſcheulichen Fleiſchers erreicht, welches ihr von hinten durch Herz und Lunge drang. Aubrh ſtand bis an den Hals im Waſſer und ſchrie unausgeſetzt nach Hülfe, die aber natürlich nicht erſchien und ohnehin zu ſpät gekommen wäre.
Bei dem Scheine der Feuersbrunſt ſah Aubry die Mordbrenner am jenſeitigen Ufer landen und in der Ka⸗ ſtanienallee verſchwinden.
Der Theil des Schloßgrabens, wo ſich die beiden Leichen befanden, lag im Schatten des Ufergemäuers ſo daß ſie Aubry mit den Augen vergeblich ſuchte; doch in dieſem Augenblicke zertheilte ſich das Herbſtgewölk vor der Mondesſcheibe, und Thränen entſtürzten ſeinen Augen, als er ſeine Freunde feſt umſchlungen auf dem Waſſer ſchwim⸗ men ſah. Der Himmel ſchien ſich geöffnet zu haben, um ſeine Heiligen aufzunehmen.
Ende.
Druck von C. P. Melzer in Leipzig.


