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„Es dauert lange, ehe das Mäuschen in die Falle geht,“ bemerkte heimlich ein ſtämmiger Kerl mit einem ſchwarzen Pflaſter über dem linken Auge; es wird einen andern Ausgang geſucht haben.“
„Sei ohne Sorge, mein Junge,“ entgegnete Leclerc ebenſo heimlich;„der Weg jenſeit des Fleckens iſt nicht mit Wagen zu paſſiren, weil dort der Canal über ſeine niedrigen Ufer getreten iſt; auch muß das Mäuschen nach Verſailles zurück, wie ich beſtimmt weiß.“
„Liegen wir doch kaum eine Stunde im Hinterhalte,“ ſagte ein andrer Brigand,„und ſchon wird dem einäugi⸗ gen Halunken die Zeit lang! Zwei Tage und zwei Nächte lang muß man im Walde liegen, wie ich bei Orleans, und keinen Biſſen in den Mund zu ſtecken haben; dann greift man erſt recht muthig an!“
„Ich habe mein Auge Gott ſei Dank nicht in einem ehrlichen Strauß eingebüßt,“ ſagte der erſte Brigand, „und die Deinigen werden Dir hoffentlich noch Zeit ge⸗ nug von den Raben ausgehackt werden.“
„Ruhig Kinder,“ mahnte Leclerc,„wünſcht Euch nichts als Gutes!... Da trinkt einmal!“
Bei dieſen Worten reichte er den Beiden die große ſteinerne Flaſche mit Branntwein, welche ſogleich wieder die Runde machte.
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