Teil eines Werkes 
2. Th. (1848)
Entstehung
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ten ſtürzen ſich die Nationalgardiſten auf die blutdür⸗ ſtigen Brigands, entreißen ihnen die Gardes du Corps und nehmen ſie in ihre Mitte.

Unterdeſſen hatten die Hauptleute Gondran und Drazan den Brigands ihren Raub wieder abgejagt und ſie großentheils über Verſailles hinausgetrieben. Ueberall wurden Mundvorräthe an die Truppen und das Volk ver⸗ theilt. Das alles machte ſchon einen guten Eindruck. Aber weit mehr wirkte noch der Einfall der Gardes du Corps Friedenszeichen zu geben. Sie liefen an die Fen⸗ ſter, ſchwenkten die Hüte, ſteckten die Nationalcocarde auf und ſchrien überlaut:Es lebe die Nation! Da rief das ganze verſammelte Volk wie aus einem Munde:Es lebe der König! Es leben die Gardes du Corps!

Nun führte Lafayette dem König die Nationalgar⸗ diſten vor, welche in ſeinem Vorzimmer Wache hielten. Ludwig XVI. nahm ſie ſehr gütig auf und bat ſie um Schonung ſeiner Gardes du Corps. Dieſe folgen dem General auf den Platz, vermiſchen ſich mit der National⸗ garde, die Soldaten der verſchiedenen Corps umarmen einander.

Wenn ſich noch irgend ein Wunſch laut macht, ſo iſt es der, den König zu ſehen. Dies wird dem Monarchen hinterbracht. Er zaudert nicht, dieſen Wunſch ſeines