Teil eines Werkes 
2. Th. (1848)
Entstehung
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vom 1. nicht beigewohnt, denn ich lag noch vor ein paar Tagen am Fieber darnieder; jetzt aber gebot mir das Geſetz der Ehre das Pferd zu beſteigen. Unter dem Vorwand eine Art von Kriegsrath zu halten, wurden die Weiber aus der Wache gelockt und der Gefangene entlaſſen. Nun fällt die Rache der Weiber auf das todte Pferd des Entkommenen; man zerreißt es, hält die Stücke an's Feuer und verſchlingt ſie halb roh.

Plötzlich erſcholl jetzt die Kunde von der Ankunft der Pariſer Armee, wodurch alle Scenen dieſes Tags eine andre Richtung nahmen.

Das Regiment Flandern rückt wieder in den großen Hof der königlichen Ställe vor, erhält aber den ausdrück⸗ lichen Befehl keinen Gebranch von den Waffen zu machen. Die Dragoner hatten ſich meiſt unter das Volk gemiſcht. Die durchnäßten Weiber ſuchten auf der Wache Zuflucht vor dem immer heftiger vom Himmel ſtrömenden Regen, die meiſten aber ſtürzen in den Saal der Nationalver⸗ ſammlung. Die bewaffneten Männer auf den Galerien hielten ſich ruhig, aber die Weiber konnten nicht ſchwei⸗ gen, obwohl ſie der Präſident wiederholt dazu ermahnte. Nur auf Maillard hörten ſie, aber auch bloß unter der Bedingung, daß er der Nationalverſammlung ihre Noth auseinanderſetze. Er that es und ward zur Ord⸗