288
ben iſt, um Euer Gatte in den Augen der Welt und
nur Euer Bruder Euch gegenüber zu ſein.““
„Ich ſchüttelte den Kopf. 3
„„Wo aber dieſen Mann finden?““ murmelte ich.
„„Ich kam, um ihn Euch anzubieten, Mercedes; habe ich Euch nicht geſagt, ich liebe Euch?““
„„Ihr liebet mich.. aber...n“
„„Wenn ich liebe, Mercedes, ſo geſchieht es mit allen großen Leidenſchaften nicht nur des Herzeus, ſondern auch der Seele, und die aufopfernde Ergeben⸗ heit gehört zur Zahl dieſer Leidenſchaften.““
„Ich erhob das Haupt und wich faſt erſchrocken zurück.
„Ich hatte nicht geahnet, daß die Ergebenheit ſo weit gehe könne.
„„Ich werde Euer Bruder ſein,“ wiederholte er; „„nur wird Euer Kind mein Kind ſein, und nie, darauf gebe ich Euch mein Ehrenwort als Edelmann, ſoll eine Sylbe über dieſen Punkt zwiſchen uns ge⸗ wechſelt werden.““
„Ich ſchaute ihn zweifelnd und unſchlüſſig an.
„„Spre ht.““ ſagte er,„„iſt das nicht beſſer, als
Euch aus dieſem Fenſter in den Fluß zu ſtürzen, der
am Fuße Eures Hauſes rollt?“**
„Ich blieb einen Augenblick ſtumm; dann fiel ich vor ihm auf die Kniee und rief: „„Mein Bruder, habt Mitleid mit Eurer Frau und rettet die Ehre meines Vaters.““ „Er hob mich auf, küßte mir die Hand und ging weg
Don Ruiz.
„Don Ruiz hat ſein Wort als redlicher Edelmann gehalten; doch die Natur ſträubte ſich gegen dieſen Be⸗ trug, und obgleich Don Ruiz für Don Fernando ſtets
V „Vierzehn Tage nachher war ich die Gattin von


