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Sie nahm eine Blume aus dem Strauße. Es war eine Anemone, Blume der Traurigkeit.
„Mein Vater hat Euch verſprochen, ſein Löſegeld zu bezahlen,“ ſagte ſie:„hier iſt das meine.“
Und ſie reichte die Blume dem Salteador.
ieſer nahm ſie, berührte ehrerbietig damit ſeine
Lippen, legte ſie ſodann auf ſeine Bruſt und ſchloß ſein Wamms darüber.
„Auf Wiederſehen,“ ſprach Don Inigo,„und ich anf Euch zum Voraus verſichern: auf baldiges Wieder⸗ ehen.“
„Handelt in Eurer Güte, Senor, und Gott ſtehe Euch in ſeiner Barmherzigkeit bei!“ erwiederte der Salteador.
Und er rief, die Stimme erhebend:
„Ihr ſeid frei; geht, und Jeder, der ſich nicht zehn Schritte von Eurem Wege entfernt, iſt des Todes.“
on Inigo und ſeine Tochter gingen ab.
Ohne ſeinen Platz zu verlaſſen, ſah ſie der Sal⸗ teador durch das Fenſter der auf den Hof gehenden Stube wieder ihre Maulthiere beſteigen und von der Venta wegreiten.
„Da zog der junge Mann die Anemone aus ſeiner Bruſt und küßte ſie zum zweiten Male mit einem Aus⸗ druck, in dem man ſich nicht täuſchen konnte.
In dieſem Augenblicke fühlte er, wie ſich eine Hand ſanft auf ſeine Schulter legte.
Es war die von Gineſta, welche, leicht wie ein Vogel, das Fenſter geräuſchlos erklettert hatte und, nachdem Don Inigo und Dona Flor weggegangen wa⸗ ren, eine Aufmerkſamkeit forderte, die ihr der Saltea⸗ or in ihrer Gegenwart nicht hatte bewilligen wollen.
ie war bleich wie der Tod.
„Was willſt Du von mir?“ fragte der Salteador.
„Ich will Dir ſagen, daß die Soldaten des Königs nur auf eine Viertelmeile von hier entfernt ſein müſ⸗


