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Der junge Mann ſtreckte ſeine beiden Hände gegen das Bild der Madonna aus und ſprach:
„O heilige Mutter Gottes, laß in das Herz die⸗ ſes Königs das göttliche Licht, das Deine Stirne krönt, ſich niederſenken.“
Ohne Zweifel wurde das Gebet von Don Inigo erhört; denn man ſah allmälig unter den dringenden Bitten von Iſabella das Eis der Maske von Fer⸗ nando ſchmelzen; ein Nicken mit dem Kopfe bezeichnete die Einwilligung, und er ſprach die Stimme erhebend:
„Wohlan, es geſchehe nach dem Wunſche unſerer theuren Iſabella.“.
Beklommen durch die Erwartung, dehnte ſich jede Bruſt in einem Seufzer der Zufriedenheit aus.
„Steigt zu Pferde, junger Mann,“ fuhr Don Fernando fort,„ſagt dieſem halsſtarrigen Genueſen, die Könige müſſen wohl nachgeben, da er nicht nach⸗ geben wolle.“
„Alſo, hohe Frau?“ fragte Don Inigo, der nicht nur die Billigung des Königs, ſondern auch die der Königin haben wollte.
„Wir genehmigen Alles,“ erwiederte Iſabella, „und Euer Freund Colombo kann zurückkehren, ohne daß er neue Schwierigkeiten zu befürchten hat.“
„Ob! iſt es wirklich wahr, und habe ich recht ge⸗ hört?“ rief Don Inigo.
„Hier iſt meine Hand,“ ſprach Iſabella.
Der junge Mann warf ſich auf dieſe königliche Hand und berührte ſie ehrerbietig mit den Lippen; er ſtürzte ſodann aus dem Zimmer und rief:
„Mein Roß! mein Roß!“
Fünf Minuten nachher hörte man das Pflaſter des Hofes unter dem eiligen Galopp des Pferdes von Don Inigo ſchallen, und bald verlor ſich dieſer Ga⸗ lopp in der Ferne.


