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Die Familie Cenci. 173
„Ehe wir anziehen ließen, fragten wir ſie nochmals
wegen des beſagten Vatermordes; aber trotz der Geſtänd⸗
niſſe ihres Bruders und ihrer Stiefmutter, welche ihr aber⸗ mals vorgeleſen wurden und die jene ſelbſt unterzeichnet hatten, leugnete ſie hartnäckig, indem ſie fagte: Laßt mich aufziehen und mit mir machen wa wollt; ich habe die Wahrheit geſagt und werde nich iter ſagen, ſollter i mir auch alle Glieder ausgeriſſen werden! i 1 „In Folge deſſen ließen wir ſie mit dem icke, w it welchem ihre Hände zuſammengebunden waren, empe or⸗ ziehen bis zur Höhe von ungefähr zwei Fuß, und ne ich⸗ dem wir ſie ſo lange hatten hängen laſſen, als wir bra uch⸗ ten, um ein Pater noſter zu ſprechen, fragten wi e ſie wieder über die Thatſachen und Umſtände des belſagten Vatermordes; aber ſie wollte nichts ſagen, als voas ſie ſchon geſagt hatte, und antwortete nichts als: Ihr er⸗ mordet mich! Ihr ermordet mich! 1 „Wir ließen ſie höher hinauf und bis vier Fuß hoch ziehen und begannen ein Ave Maria. Aber mitten in unſerm Gebet ſtellte ſie ſich als würde ſite ohnmächtig. „Wir ließen ihr einen Kübel Waſſer über den Kopf gießen, wovon ſie wieder zu ſich kam und ausrief: Mein Gott, ich bin todt! Ihr ermordet mich! Großer Gott! „Wir ließen ſie noch höher emporziehen und ſprachen ein Miſerere, während deſſen ſie, anſt tt ſich im Gebet mit uns zu vereinigen, ſich krümmte und mehrere Male aus⸗ rief: Mein Gott! Mein Gott! 9 „Und als ſie von neuem uͤber den beſagten Vatermord befragt wurde, wollte ſie nichts geſtehen, ſondern verſicherte, daß ſie unſchuldig ſei, und im nächſten Augenblicke murde ſie ohnmächtig. X „Wir ließen ſie wieder mit Waſſer begießen, ſie kam


