Teil eines Werkes 
1. Bd. (1847)
Entstehung
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22 Die eiſerne Maske.

Vor ihr auf der Toilette lag ein kleiner überaus zierlich gearbeiteter Ring neben den größeren Diamantringen und dem mit Rubinen überſäeten Diadem. Im Innern der Toilette befanden ſich außer verſchiedenen Schmuckſachen auch die Bildniſſe Karl Stuart's und Buckingham'’s, welches letztere die Blicke der Königin wiederholt beſchäf⸗ tigte. Wir ſtören ſie nicht in ihrer Andacht und begeben uns in den Palaſt des Cardinals Richelieu, welcher eben eine kleine Unterredung mit einem Kapuziner hat. Mit dieſem ſprach die Eminenz ſo vertraulich, daß man einen hohen Begriff von deſſen Fähigkeiten haben mußte. Es war der 48jährige Pater Joſeph, welcher die Rechte ſtu⸗ dirt, Italien und Deutſchland geſehen, einen Feldzug mit⸗ gemacht und viele glückliche Unterhandlungen gepflogen hatte. Er war gleichſam der Spiritus familiaris des Cardinals.

Der letztere hatte offenbar ein großes Intereſſe an die⸗ ſer Unterredung, indem ſein ganzes Weſen aufgeregter ſchien, als es ſich eigentlich für einen großen Staatsmann ſchickt und als man an Sr. Eminenz zu ſehen gewohnt war. Nachdem die beiden Geiſtlichen über die paſſendſte Art und Weiſe geſprochen hatten, den König ganz und auf immer von dem Einfluſſe der Königin Mutter(Maria von Me⸗ dieis) zu befreien, kamen ſie auf den Gegenſtand des Tages, auf die Abholung der Madame Henriette.

„In der That,“ ſagte Richelieu,„wenn durch dieſe Heirath Oeſtreich zu kurz kommen muß, ſo wünſche ich nicht, daß eine andre Macht um ſo muthiger werde. Eng⸗ land ſoll nicht den Einfluß bekommen, den ich Spanien genommen habe. Zunächſt denken Sie doch, ß ein Buckingham das uns eben von der guten Verr euil mitgetheilte Bonmot in Bezug auf die Königin wahr zu machen im Stande iſt. Und wenn ſich die Königi durch