Teil eines Werkes 
1. Bd. (1847)
Entstehung
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Die eiſerne Maske. 21

„O es war eine Kleinigkeit, die ſich wohl vergeſſen läßt. Der Herzog ſah, wie ich von Ohrenzeugen weiß, an Ihrem Arme das Portrait unſrer Herrin und ſchien es mit Wohlgefallen zu betrachten. Lady Suffolk be⸗ merkte dies und ſprach ſcherzend: Ah ah, Herzog, was würde die ſchöne Miß Jenny Epſom ſagen, wenn ſie an meiner Stelle wäre? Buckingham beugte ſich gegen das Ohr der Lady und ſagte halb laut und mit einem im⸗ pertinenten Zuge um den Mund: Was ſie ſagen würde gebe ich mir nicht die Mühe zu errathen; ich aber ſage daß, wenn ich mir Mühe geben wollte, das Original die⸗ ſes Gemäldes nicht ſchwerer zu haben ſein würde als Jenny Epſom. Dieſe wenigen Worte hätten noch zur Vollſtändigkeit Ihres Berichtes gehört.“

„Wenn Sie dies von Ohrenzeugen haben,“ entgegnete die Herzogin,„ſo möchte ich morgen wenigſtens nicht an Ihrer Stelle ſein, wofern vielleicht der Fall eintreten ſollte, daß dieſe Anekdote etwa von deren Verbreitern ver⸗ treten werden müßte.“

Nachdem die Herzogin dieſe Worte ſchnell hervorgeſtoßen hatte, ging ſie raſch durch die Thür und ließ die Marquiſe in großer Verblüffung ſtehen.

3.

Am folgenden Morgen war im Louvre und vorzugs⸗ weiſe in den Gemächern der Königin große Bewegung. Alle Ceremonien und Präſentationen waren auf das ge⸗ beſtimmt. Die rothwangige jugendlich ausſehende Königin war nie ſchöner geweſen als in dem einfachen znen Kleide, das lher rundlichen Formen umfloß.