Teil eines Werkes 
5.-11. Bdchn (1854)
Entstehung
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»Wie! ſagte ich zu mir ſelbſt, wäͤhrend ich ſie an⸗ ſchaute und ihr zuhörte;wie, unglücklicher William, dieſe Augen, dieſer Mund, dieſes Lächeln, dieſe Stim⸗ me, dieſer ſanfte Ton, dieſe milden Worte, Alles dies gibt Dir nicht einen Geſang ein, ſo zart, ſo ſüß und ſo lieblich, wie dieſes anbetungswürdige Geſchöpf, das der Herr gewählt, um daraus Deine Freude zu machen! Mit dieſem Vereine von Vollkommenheiten vor den Augen, Dichter der keuſchen Liebe, bleibſt Du ſtumm und ohnmächtig, unglücklicher William! Die Muſe, die in Dir iſt, muß nicht nur der Genius, ſon⸗ dern auch der Dämon der Satyre ſein. Ohl könnteſt Du Dich dieſem Genius hingeben, wie würdeſt Du weit hinter Dir Archilochos und ſeine Jamben, Ariſto⸗ teles und ſeine Komödien, Juvenal und ſeine Satyren laſſen! Welch ein Gluͤck iſt es für alle dieſe Leute, daß Du, ſiatt in einer freien, unabhängigen Lage zu ſein, Pfarrer des Dorfes Aſhbourn biſt! Welch ein Glück iſt es beſonders für Herrn und Madame Stiff, die Du gewiß dahin gebracht häͤtteſt, daß ſie ſich gehenkt haben würden, wie ſich einſt, um die Verſe des Dichters von Paros bis in die Hölle zu fliehen, der arme Lykambos und die unglückliche Neobule erhenkten.

Es iſt leicht zu glauben, daß ſolche Gedanken, welche von meinem Geiſte zu meinem Herzen, wie Wellen eines aufrühreriſchen Meeres, rollten, meinem Geſichte keine große gemüthliche Ruhe und meinen Geberden keine große Regelmäßigkeit verliehen. Von Zeit zu Zeit ward im Gegentheil meine Phyſiognomie ganz verſtört, und indeß meine linke Hand ſich krampfhaft zuſammenzog, bewegte meine rechte Hand den Löffel oder die Gabel, wie ſie es zugleich mit einer Feder und mit einem Dolche gethan hätte.

Am Ende des Abendbrods mußte Jeannie wirklich beſorgt ſein; während des ganzen Mahles hatte ich nicht ein Wort geſprochen; bald hatte ich aber dumpf gemurrt, bald unartikulirte Ausrufungen von mir gegeben.