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—2 über dem Kamine, als, an⸗ dem geachtetſten und am meiſten in die Augen fallenden Orte des Hauſes, auf⸗
hing. 6
So jung ich war, mein. Weer gab mir ein ſchönes Beiſpiel: er war ſeſt, muthig, aufrichtig, mild gegen die Armen, aber wenig ſchonend gegen die Vornehmen und die Reichen, denn er behandelte ſogar den Edel⸗ mann des Dorfes ſtrenger, als den Bettler, der ihn vor der Kirchthüre erwartete und die Hand gegen ihn aus⸗ ſtreckte, und den er nie ohne ein Almoſen und einen Rath, oder eher mit dem erſten allein, als mit dem zweiten ohne das erſte wegſchickte; er dachte in dieſem Falle, es ſei durchaus nicht nöthig, daß auf ein Almo⸗ ſen ein Rath folge, während der Rath ohne das Almo⸗ ſen ſehr mager und dürr ſei. Das Reſultat dieſer un⸗ parteiiſchen Gewohnheit und dieſes unbeugſamen Ernſtes war, daß er von einem Theile ſeiner Pfarrgenoſſen ge⸗ liebt und vom andern geachtet wurde.
Es verſteht ſich von ſelbſt, daß die Armen es waren, die ihn liebten.
Bei mir war es nicht einfach Liebe, was ich für meinen Vater fühlte, es war Ehrfurcht; mehr als Ehr⸗ furcht: Bewunderung! Ich betrachtete ihn als ein erha⸗ benes Geſchöpf, als ein Weſen über der Menſchheit, und ich würde es nie gewagt haben, meine Lippen auf die Wangen oder nur auf die Hände dieſes würdigen Man⸗ nes zu drücken, hätte er mich nicht dazu durch eine Einladung ermächtigt, welche zuweilen, um befolgt zu werden, beinahe in die Form eines Befehles gekleidet werden mußte.
Als ich eines Tags auf einem Teppich zu den Füßen meiner Mutter lag, trat mein Vater, einen Brief in der Hand haltend, ein. Sein Geſicht ſtrahlte,
und es war leicht zu ſehen, daß ihm dieſer Brief eine große Nachricht brachte.
In der That, ein Verwandter, den wir in South⸗


