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Evangelium ſtimmen nicht immer mit einander überein. Und Sie begreifen, mein lieber Petrus, wenn ſolche Oppoſitionen hervortreten in meiner Gegenwart, ſo ver⸗ möchte ich nicht zuzugeben, der Phädon oder die Ilias haben Recht.
Aber, wie Sie mir in Ihrem letzten Briefe ſagten, trotz der Diſſidenzen zwiſchen den Autoren, die wir erläutern, und den Dingen, die wir bekennen, wollen wir hoffen, daß es einen Punkt auf der Straße gibt, auf welchen unſere zwei Wege, ſo ſehr ſie zu divergiren ſcheinen, eines Tags auslaufen werden. Dieſer Punkt iſt der Glaube an die ewige Gerechtigkeit, und beſſer noch, an die göttliche Barmherzigkeit, welche uns Bei⸗ den, dafür ſtehe ich, mein lieber Petrus, Rechnung tragen wird für die guten Abſichten, ohne zu große Schwierigkeiten bei denjenigen von unſern Fehlern oder Irrthümern zu machen, welche aus der menſchlichen Schwäche entſpringen würden.
Bis es dem Herrn gefällt, über uns in der Welt zu verfügen, welche nach der unſern folgen ſoll, wid⸗ men wir uns in dieſer, jeder ſeinerſeits, einem Studium, das beim erſten Anblick und mit einem oberflächlichen Auge geſehen, daſſelbe ſcheinen dürfte, während es dem Fhiloſopben und dem Denker bedeutende Unterſchiede
ietet.
Sie, mein lieber Petrus, Sie ſtudiren den Men⸗ ſchen, und ich, ich ſtudire die Menſchen.
Möchte es Ihnen Ihrerſeits mehr glücken, als es mir meinerſeits geglückt iſt, beſonders bei meinen De⸗ buts im Leben.
Dieſes Studium des Menſchen, das heißt des Men⸗ ſchengeſchlechts durch die Individuen, wünſchen Sie nun an mir zu machen, wie Sie es an den Andern gemacht haben. In Ihrer Nachſicht gegen den armen Pfarrer behaupten Sie, ich habe einige gute Eigenſchaften; hierauf antworte ich dadurch, daß ich mich großer Feh⸗
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