hatte: er warf ſeine Flinte weg, nahm ſeine Tochter in ſeine Arme, lud ſie auf ſeine Schulter und ent⸗ floh, ohne rückwärts zu ſchauen, in der Richtung von Varenne.
Erſt im Walde von Vincennes machte er Halt.
Jezt erſt bemerkte er daß ſein Hals und ſeine Schultern ganz feucht waren.
Er griff darnach und überzeugte ſich daß dieſe Feuchtigkeit Blut war.
Er legte ſeine Tochter auf den Raſen, und nun
ſah er daß alle Kleider der armen jungen Frau da⸗ mit beſchmuzt waren.
Er blieb ſtumm, unbeweglich ſtehen; er wagte es nicht mehr ſie zu berühren, er fürchtete ſich eine Be⸗ wegung zu machen, es ſchien ihm als ob der Him⸗ mel, die Bäume, Alles ſich um ihn drehte, als ob die Erde unter ſeinen Füßen wankte.
Endlich entſchloß er ſich zu einer lezten Anſtren⸗ gung die ſeinem Muth weit ſchwerer wurde als alle Kämpfe des Morgens; er öffnete das Mieder des jungen Weibes und legte ſeine Hand an ihr Herz.
Das Herz hatte aufgehört zu ſchlagen.
Das Kind lag noch immer in den⸗Armen ſeiner Mutter, nur war es zulezt eingeſchlafen.
Franz Guichard nahm ſeine Laſt wieder und kehrte nach Hauſe zurück.
Dort legte er ſeine Tochter auf ſein Bett, be⸗ freite ſachte die arme Kleine aus der Umſchlingung der Todten, und ohne ein Wort zu ſagen, ohne in ſeinen vertrockneten Augen eine Thräne zu finden, raffte er ſeine Geräthſchaften zuſammen und kehrte nach ſeinem Boote zurück.
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