Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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Wie man durch dieſe Titelaufzählung ſieht, konnte der König König in Paris ſein, doch Mont⸗ morency war Herzog, Graf, Baron rings um Pa⸗ ris; ſo daß das Königthum in ſeine Herzogthümer, Grafſchaften, Baronien eingekerkert ſchien.

Geboren 1493, war er in der Zeit, zu der wir gelangt ſind, ein Greis von vierundſechzig Jahren, der, während man ihm ſein Alter anſah, die Kraft und die Friſche eines Mannes von dreißig hatte; heftig und brutal, beſaß er alle plumpe Eigenſchaften des Soldaten: den blinden Muth, die Unwiſſenheit hinſichtlich der Gefahr, die Sorgloſigkeit in Betreff der Strapazen. Voll Hoffart, aufgeblaſen von Ei⸗ telkeit, ließ er den Vorrang nur dem Herzog von Guiſe, doch als Prinzen von Lothringen, denn als General und Commandant einer Expedition glaubte er ſich weit über dem Vertheidiger von Metz und dem Sieger von Renty. Ein wunderlicher Höfling, vom hartnäckigſten Ehrgeize, erlangte er zum Vortheil ſeines Vermögens und ſeiner Größe durch Grobheiten und Brutalitäten, was ein Anderer durch Geſchmei⸗ digkeit und Schmeichelei erlangt hätte. Diana von Valentinois unterſtützte ihn übrigens ſehr bei dieſem Geſchäfte, bei dem er ohne ſie geſcheitert wäre: mit ihrer ſanften Stimme, ihrem ſanften Blicke und ih⸗ rem ſanften Geſichte hinter ihm kommend, machte ſie Alles wieder zurecht, was er zerbrochen hatte. Er war ſchon in vier großen Schlachten geweſen, und in jeder hatte er die Arbeit eines kräftigen Kriegsmannes, in keiner aber das Werk eines ver⸗ ſtändigen Heerführers vollbracht. Dieſe vier Schlach⸗ ten waren einmal die von Ravenna: er zählte damals