Teil eines Werkes 
5.-10. Bdchn (1852)
Entstehung
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pia mit einem Tone voll Spott;ich danke, Sie ſind ſehr gut.

Oh! verſetzte Bannidre,ich bin weder wie er⸗ noch wie Sie; ich bin kein Patricier, gewohnt, auf An⸗ dere zu zählen; ich bin keine Venus, gewohnt, ange⸗ betet zu werden.

Ich verſtehe Sie nicht mehr. Was wollen Sie damit ſagen?

Ich will damit ſagen, ich ſei nicht von einem Prinzen zu einem andern übergegangen.

Nehmen Sie ſich in Acht, ſprach Olympia mit dem Stolze einer Königin,denn nun ſind Sie im Be⸗ griffe, mich zu beleidigen.

Ja, Sie haben Recht, Olympia, ja, ich bin Herr Bannidre; ja, ich bin der Staub, den man mit einem Hauche vernichten kann; ja, ich bin der Verbrecher; ja, ich bin der aus dem Kloſter in Avignon Entwichene, der Flüchtling, den ein Mandat des Proviſor Mordon als Landſtreicher, Gottesvergeſſenen und Abtrünnigen in eigen unterirdiſchen Kerker kann werfen laſſen. Oh!l be⸗ ſchimpfen Sie mich auch nicht, mich, den Schwachen, den Verlaſſenen, der ich nichts in der Welt habe oder hatte, als Ihre Liebe. Ohl verleugnen Sie mich nicht, denn Sie waſſen wohl, daß ich ohne Sie verloren bin, Sie wiſſen wohl, daß ich mich degjenigen übergeben werde, welche mich ſuchen, Sie wiſſen wohl, daß ich mich ohne Sie in die Arme des Todes, meiner einzigen und letzten Geliebten, die mich wenigſtens nicht betrügen wird, ſtürze.

Schweigen Sie, Unglücklicher, rief Olymvia, indem ſie raſch aufſtand und ihre Hand auf den Mund von Bannidre drückte.Wenn man Sie hören würde! Sind Sie denn wahnſinnig, daß Sie ſo ſchreien!

Und ſie lief nach der Thüre und öffnete ſie, um zu ſehen, ob Niemand in der Nähe geweſen ſei, der dieſe traurige Offenbarung hätte hören können.

Olympia ſah aber Niemand; es wurde nur unten