Teil eines Werkes 
2 (1855) [Xaver Dubois]
Entstehung
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in

ſtaunend ſich hinaufwendeten, in der Oeffnung mit ſeinem Antlitz hängen, mit dem Antlitz des halb vom qualvollen Tode Erſtandenen, mit den aus ihren Höhlen weit vorgequollenen Augen, mit dem roth⸗ geſtriemten Halſe ohne Tuch, frei und offen in ſchreckhafter Geſtalt. Der Kronleuchter warf ſein volles Licht auf ihn, wie er jetzt im regen Antheil an den Verhandlungen weit hinaus in den Saal ſein Angeſicht ſtreckte.

Geiſt des Erhängten, erſcheine mir nicht! ſchrie Großvater Erlaucht mit dumpfer, hohler Stimme. Er ſtarrte in die Höhe, wie man auf Geſpenſter, nie geglaubte und doch plötzlich erſcheinende, hinblickt. Er war an die Brüſtung der Terraſſenbänke zurückgeſunken; ſein ſchwerer Körper lag halb am Boden, während die Arme abweh rend in die Luft hinausgriffen. Er wollte ſich aufraffen, er ver mochte es nicht; er wollte zum Degen greifen, die Hand verſagte ihm den Dienſt; er wollte etwas commandiren, die Stimme erſtarb, kul⸗ lerte und rollte wie eine abgeſchoſſene Kugel im Sande. Die nächſte Umgebung war von den Sitzen aufgeſprungen, dem werthen alten Herrn zu Hülfe geeilt. Jedermann kannte, Jedermann ehrte ihn, verſtand man auch jetzt nicht ſeinen Aufruhr, billigte man auch nicht ſeine Leidenſchaftlichkeit, deren Quelle, wie deren Folgen Allen un⸗ bekannt geblieben. In meines Vaters Armen gelang es nicht ohne Mühe, die zuſammengebrochene, vom Schlage gelähmte athletiſche Ge⸗ ſtalt des Mannes wieder zurechtzurücken, auf hingebreiteten Seſſeln und Mänteln in eine angemeſſene, bequeme Lage zu bringen.

Es gab im Saale jetzt keine Sitzung, keine Verhandlung mehr. Alles war aufgebrochen, nahm regellos Theil an dem Unfall, der den Reichsgrafen betroffen, oder ſtürmte und lärmte an den Aus⸗ gängen, die von Außen beſetzt und verriegelt waren und keiner Gewalt der dagegen Eifernden nachgeben zu wollen ſchienen.

Prinz Emil war in den Kreis getreten, der um Erlaucht ſich gebildet; er ſprach liebevoll ſeine Theilnahme aus, fragte, was die Schließung der Thüren bezwecke, bat, nicht ferner die Erbitterung ohne Noth und Zweck zu ſteigern.

Ohne Noth? Ohne Zweck? lachte der Greis krampfhaft weinend auf,ohne Noth, haha! und ohne Zweck? Ja, ohne ein Ziel zu erreichen! Ich Narr, der ich wähnte irgend ein Schloß, irgend ein