Teil eines Werkes 
2 (1855) [Xaver Dubois]
Entstehung
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des dreißigjährigen Glaubenskrieges hätten die Roſenkreuzer die Sache der bedrückten Proteſtanten zu der ihrigen gemacht, die proteſtantiſchen Stände ob der Ens, die dem hartherzigen Ferdinand die Huldigung ver ſagten, unterſtützt. Jener Roſenkreuzer Andreä erzähle der Welt offen und frei von den Reiſen nach Oeſterreich, die er auf Anſtiften des evange⸗ liſchen Adels dort unternommen. In Linz geſtehe er einen geheimen Auf⸗ trag an die verſammelten, der neuen Glaubenslehre Luthers zugethanen Edelleute gehabt zu haben. Hätten die Roſenkreuzer in Deutſchland reli⸗ giöſe Richtungen gehabt, ſo habe ſich ihr Bund in England, auf politi⸗ ſchem Boden, politiſch geſtalten müſſen, und welcher Bund er nähme die Maurerei nicht aus ſei frei von dem, was ein Zeitalter be⸗ drängt und beſchäftigt? In England war ein königliches Haupt unter dem Beile gefallen; es erfolgte jene Zeit der vandaliſchen Roh⸗ heit, die Zeit der Puritaner. Nicht weil Karl ein Römiſchgläubiger, ſondern weil ſein Haupt gefallen und ſein Haupt das Diadem ge⸗ ſchmückt, habe der Bund der Roſenkreuzer ſich dort für ihn erklärt. Der Sohn Stuart's war geflüchtet; aber in Schottland und Irland habe es treue Seelen gegeben, die im Stillen ihm gehuldigt. Sie verſammelten ſich im Tempel Salomo's, ſie trauerten über den erſchla⸗ genen Hiram, ihren Herrn, ſie verwieſen auf das verlorene Wort, das da Sohn und Vernunft bedeutet. Die Wiedereinſetzung der königlichen Familie, ſagte der Redner, ſei von den brittiſchen Logen längſt beſchloſſen geweſen, noch ehe General Monk mit ihnen im Bunde den geflüchteten Karl zurückgeführt. Royaliſtiſch gefinnt, wie die Maurerei, ſei auch der Bund der Roſenkreuser. In Eng⸗ land ſei ihre politiſche Miſſion längſt erfüllt, ihre geſellſchaftliche bleibe dort wie überall noch unerledigt. Die religiöſe Aufgabe ſei, Dul⸗ dung zu befordern. Die geſellſchaftliche gehe dahin, die blutigen Wunden, welche ſich die Leidenſchaft der Menſchen geſchlagen, mit milder Hand und verſöhnlichem Sinn zu heilen. Die wiſſenſchaft⸗ liche Arbeit des neuen Bundes ſei, die Geſetze der Natur zu erfor⸗ ſchen, um in ihren Kräften der Menſchheit den Balſam zu entdecken, deſſen ſie bedürfe. Auf dieſem Gebiete aber bei Allem was dem Menſchen und Chriſten offenbar und heilig ſei! gebe es noch Geheimniſſe. D. B. V. Kühne, Die Freimaurer. 22