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laut auf bei dem Gedanken, nur noch die todte Hülle des armen Menſchen unter meinen Händen zu haben. Die Augen im Kopfe, die Adern am Halſe waren hoch aufgequollen, die Zunge lechzte nach Erquickung. Ich hatte nichts als friſches Waſſer, ich rief nach Hülfe zur Thür hinaus, den öden Kreuzgang hinunter. Niemand kam, der Ruf verhallte im Gewölbe, hatte wie zum Spott nur ſein eigenes Echo zum Gefolge. Ich ſtürzte wie wahnſinnig den Corridor hin⸗ unter, hin und her. Alles war in den hinteren Hofſälen, ſei's zur Theilnahme, ſei's zur Bedienung bei der großen Logenſitzung zu— gegen; der ganze Theil der Jacobspfarre, in dem wir hauſten, war wie ausgeſtorben.
Zwölftes Rapitel. Der große Logentag und ſein Ende.
Wie ich in's Zimmer zurückkehrte, ſaß Sommerlotte aufrecht am Boden, regte Hände und Füße und winkte mir zu mit dem Kopfe. Ohne mein katzenzähes Leben, pflegte Sommerlotte auch ſonſt zu ſagen, wär' ich längſt todt, hätt' ich die Kur und Tortur im Narren— thurm nicht überſtanden!— Daß Großvater Erlaucht in der Raſerei ſeiner Wuth wenigſtens jetzt das Leben dieſes Menſchen auf dem Gewiſſen hatte, war augenſcheinlich genug. Sommerlotte hatte ſich jedoch ſchnell ſo weit erholt, um mir durch Zeichen und Gebährden ſeinen Willen und einen Gedanken kundzuthun, der ihn peinigte, ihm auch halb gewürgt keine Ruhe ließ. Er deutete fortgeſetzt mit beiden Händen zum Kamin, zur Eſſe hinauf, gab, da ihm die Stimme ver— ſagte, durch Zeichen zu verſtehen, ich müſſe hinauf, eilig fort, den Bodengang hinunter und hinüber in den Saal zu den bereits begon⸗ nenen Verhandlungen.„Fort! fort!“ gurgelte er endlich aus dem geſchundenen Schlund herwor,„'s gibt'n Unglück! Erlaucht toben gegen Mann und Maus! Einmal in Wuth— Mord und Todt⸗ ſchlag— kein Pardon, hu!“


