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ſtracter, fühlte feiner, empfand ätheriſch, und in dieſem Zuſtande kör⸗ perlicher Auflöſung durchrieſelte mich das Gefühl einer leiſen, nie geahnten Wolluſt. Der Geiſt triumphirte über die Natur in mir, ich fühlte mich am Rande des Unterganges, aber ich ſchmeckte lächelnd die Seligkeit einer vom Körper befreiten Fortdauer, die letzten Zuckungen des in mir erſterbenden phyſiſchen Lebens, fühlte aber auch noch mitten im Bewußtſein körperlicher Exiſtenz den Reiz eines ſinnlichen Wohl⸗ gefühls. Mitten im Gefühl des ſchwindenden Lebens war mir oft, als griffe von oben, wie aus den Wolken herab, eine ſanfte Hand über alle Glieder meines Leibes, und wie der Windhauch über die Aeolsharfe ſtreicht, ſang ich, meiner nicht mehr bewußt, leiſe verhau— chend ſtille Lieder, hatte, wie ich glaubte, einen Vorgeſchmack jenſeitiger Seligkeiten, und empfand doch nur den Reſt vom Nervengeiſt meiner Sinne. In ſolchem Zuſtande, fand mich mein Lehrer Euſebio, der *nach monatelanger Abweſenheit in Rom von meinem Zuſtande Kunde erhielt und eines Tages plötzlich in meine Zelle trat. Er fand die Blüthe ſeiner Hoffnungen auf dem Siechbette! Er war außer ſich vor Zorn und Liebe. Nach den Beſorgniſſen der Aerzte lag mein Leben in den letzten Zügen, wenn es nicht gelang, mir Nahrung einzuflößen. Ich weigerte mich ſtandhaft, ſie zu nehmen, ich hatte beſchloſſen, zu ſterben, mich zu tödten, ohne die Sünde des Selbſtmordes zu begehen. Euſebio beſchwor mich; ich ſah nicht mehr, ich fühlte ihn nur noch an meinem Lager knieen, ich fühlte, wie von ferne, daß ein heißes Naß, die Thränen der Liebe, meine trocknen, tiefen Augenhöhlen netzte. Ich lag halb aufgelöſ't in die Dämme⸗ rungen einer andern, wie ich glaubte höheren Welt. Vergebens waren die Bitten und Beſchwörungen meines geiſtlichen Vaters; nach ſo langer Abſtinenz war mein Körper auch unfähig geworden, Nahrung zu ſich zu nehmen. Euſebio erfand mit den Aerzten einen Balſam, mit dem meine Glieder beſtrichen wurden, ein Oel, das mir mit Ge⸗ walt in den Schlund geflößt ward und wie nahrhaftes Feuer in meine Magenhöhle drang. Ich ward nach unſäglicher Mühe gerettet, dem Leben wider Willen zurückgegeben. Mit der ſteigenden Kraft kehrte auch der Wille zu leben in mir wieder; der krankhafte Reiz einer Ahonderung des Geiſtes vom Leibe hörte auf.


