Teil eines Werkes 
3 (1855) [Graf Guiseppe della Torre]
Entstehung
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dem Orden Jeſu übergeben ward. Als Prieſter mußte meinem alten Freunde die Beichte heilig ſein; als Mitglied ſeines Ordens durfte er nicht gegen deſſen Intereſſen handeln; denn ich hatte, falls ich den Rechtsſtreit gegen die römiſche Curie gewann, der Geſellſchaft in Santa Maria ein Seminar und Miſſionshaus zu errichten ge⸗ lobt, ja ihr die Verwaltung des Erbes anheimzugeben verſprochen. Allein Euſebio war auch Meuſch, er war Maurer, er hatte mich ge⸗ liebt; er konnte nicht ſterben, ohne ſchließlich in dem Geſtändniß gegen mich eine Gewiſſenserleichterung gefunden zu haben. Mit dem Do⸗ eument des Reichsgrafen in der Villa Speroni hatte es für Euſebio dieſelbe Bewandtniß; er hatte es zugelaſſen, daß die bindende Clauſel eingefügt wurde, aber er hatte, durch Verheimlichung desſelben, ver⸗ hindert, daß es zum Nachtheil des Ausſtellers benutzt und mißbraucht werde. Daß Euſebio nicht immer in aufrichtigem Einverſtändniß mit dem General ſeines Ordens geblieben war, bewies die Beſchlagnahme ſeiner Papiere, ſobald ihn ſein Krankenlager feſſelte. Man hatte den Provinzial nicht vor Gericht ziehen wollen, denn ſeine Verdienſte waren groß, ſein Anſehen weit verhreitet; allein man lauerte nur auf ſein Hinſcheiden, um über ſeine Papiere herfallen und über des Mannes vermeintliche Reſervalien ſich Aufſchluß verſchaffen zu können. Lorenzo Ricci, ſeit längerer Zeit ſchon wirklicher General der Geſell⸗ ſchaft, haßte Euſebio, weil er ihn fürchten mußte; er fürchtete ihn, weil ehren und hochachten nicht ſeine Sache war. Er heatte ſogar, eine Ausnahmsregel ſondergleichen, womit der General das Anrecht der eigenen ſouveränen Gerichtsbarkeit Lügen ſtrafte, dem heiligen Amt der Inquiſiton die Anweiſung gegeben, auf des Mannes gefahr⸗ volle und verfängliche Papiere und Briefe, dieſe Doeumente ſeiner Verbindungen mit Ketzern und Freimaurern, dieſe Belege verrätheri⸗ ſcher Plane zu einer Kirchenreform, Beſchlag zu legen, da ſein An⸗ hang im Orden zu gewaltig ſei, um ihn und ſeine Schriften mit Erfolg vor ein Ordensgericht zu ſtellen.

Nur mühſam hatte mich der Bote Euſebio's aufgefunden, nur mündlich erließ er an mich die Aufforderung, zu ihm zu eilen, und eiliger, als der Tod zu ſein, der ihm nahe. Ich fand ihn noch am Leben, ich hörte noch das Geſtändniß ſeiner zitternden Lippen, ich ſah noch die Unruhe der Sehnſucht in ſeinen Augen, womit er den