Teil eines Werkes 
3 (1855) [Graf Guiseppe della Torre]
Entstehung
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nachzugehen. aus, als Jl⸗ ſie leidet auch uuf der Höhe die Despotie hält. Und eln und Ge⸗

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und Propheten curirt und ſtattete bei Tiſche ziemlich dreiſt und um⸗ fänglich Bericht ab über den Erfolg einiger neuen Verſuche an kranken Nerven. Dabei war es doch ſeine fixe Idee, Tollheit, die ſeinen Mitteln widerſtand, für erbliches Uebel und für unheilbar zu halten. Er erzählte vom letzten unter ſechs Brüdern eines Kaufmanns der nächſten Stadt, die ſämmtlich freiwillig endeten. Der letzte dieſer unglücklichen Abenceragen, wie er ſagte, ward eingeſperrt. Allein er fingirte geheilt zu ſein, machte als reiſender Weinhändler Ge⸗ ſchäfte, ppeulirte ſtark, aber kam damit nicht an's Ziel, ſondern ſtürzte ſich, da der Wein ihn nicht ſchnell genug förderte, in's Waſſer. Gerettet, wollte er ſich verhungern. Man flößte ihm Nachts im Schlafe mit einer Röhre Nahrung ein, und ſo dauerte dieſer Proceß des Selbſtmordes und gewaltſamer Gegenmittel nun ſchon fünf Jahre.

Der Reichsgraf war bei ſittlichen Abnormitäten ebenfalls für Schreckmittel; kalte Sturzbäder hatte er gegen Trunkenbolde mit großem und dauerndem Erfolge angewendet. Kein Land in der That war von Vagabunden und Müßiggängern ſo geſäubert wie das ſei⸗ nige.„Auch gegen gewiſſe ſomnambüle Anwandlungen, dächt' ich, müßten kalte Douchen wirkſam ſein,“ ſagte er, obſchon etwas klein⸗ laut;„oder auch Piſtolenſchüſſe, die den Narren von Schlafwandler ſchrecken!“ ſetzte er hinzu mit einem ſtrafenden Blicke, den er weithin über die Tafel zu ſeiner Tochter ſandte. Juſtine war kalt und blaß wie der Tod geworden.

„Monſeigneur erlauben,“ nahm ich das Wort,„mit gewaltſamen Mitteln kann man allerdings den Patienten von dieſem Uebel be⸗ freien— inſofern der Tod von der Krankheit heilt.“

„Sie meinen?“ ſagte der Reichsgraf.

„Ein Schlagfluß,“ entgegnete ich,„iſt dabei nicht blos möglich, ſondern wahrſcheinlich, iſt die Natur des Leidenden zart und fein.“ — Ich erzählte vom Recluſorio in Neapel, wo man die Geiſtgeſtörten Komödie ſpielen läßt, ihnen Rollen einſtudirt, und zwar jedem die ihm entgegengeſetzt entſprechende. Die Hochmüthigen bekommen die Rolle des verlorenen, aber reuig zurückgekehrten Sohnes oder der büßenden Magdalene. Die ſich in ihrem Wahn Kaiſer und Könige dünken, müſſen zerlumpte Bettler ſpielen, und indem ſo Jeder in