Teil eines Werkes 
1 (1855) [Großvater Erlaucht]
Entstehung
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Donna geſehen, der Mann, mit dem ich jetzt um der zuſammenge wachſenen Brauen willen confrontirt werden ſollte. Ich blickte ſchüchtern in ſein dunkles Auge, in de braune Schatten ſich grünliche Tinten miſchten, und deſſen Blick keck und dreiſt aus den tiefen Höhlen heraustrat, bald furchtſam unter den ſchweren Wimpern ſich barg. Das war das Lauernde in ſeinem Blicke oder, wie die Gräfin ſagte, die Kraft, Geheimniſſe zu behüten. Eine heiße Leidenſchaftlichkeit in ſeinen Bewegungen ſchien ſich durch die vollkommene Beherrſchung der Geſellſchaftsformen, durch die Gewandtheit des Weltmannes zu zügeln. Wie er als Monſieur Dubois präſentirt ward, offenbarte er eine ſo glückliche Miſchung von Beſcheidenheit und Selbſtgefühl, daß ſelbſt Großvater Erlaucht über ſoviel Freiheit in der Haltung bei einem Geiſtlichen zu ſtaunen ſchien. Die Unterhaltung wechſelte in allen drei Sprachen. Wenn Kaver deutſch ſprach, verrieth er eine Befangenheit, die ihm ſehr naiv ſtand. Franzöſiſch war er ganz Cavalier und Mann des Parquets. Sprach er italieniſch, ſo durch⸗ brach ein ſonſt verhaltener Feuerſtrom ſein ganzes Weſen. Zum Glück nahm er die Aufmerkſamkeit Aller ſo ausſchließlich in Anſpruch, daß ich den ſtillen Beobachter machen konnte. Nur die Gräfin warf auf ihn und mich ihre Blicke, als hätte ſie Luſt, die Parallele zwiſchen unſern Augenbrauen von Neuem zu eröffnen.

Zum Glück unterbrach ein neu Hinzutretender die wieder heran⸗ drohenden Geſichterſtudien.

Monseigneur j'ai[honneur, erſcholl die Stimme eines Mannes, der ſich mit polterndem Geräuſch dem Reichsgrafen auf⸗ drängte. Es war der uns als Graf San Germano Angekündigte, der Mann mit demHammerſchlag des Genies auf der breiten dreiſten Stirn und einem Schulterbau, der mit mehr als Selbſtgefühl den Ruhm zu tragen ſchien, den Auserwählten für ein abſonderliches Werkzeug des Herrn zu gelten. Signora Carlotta, die orientaliſche Dame mit dem Turbankopfputz, war mit ihm eingetreten; ſie ſchien zu ihm zu gehören. Und ſo erblickten denn meine Augen den Wun⸗ dermann, der ſchon damals an kleinen Höfen und in auserleſenen Cirkeln die Bewunderung der Welt zu werden begann, obſchon er erſt ein Jahr ſpäter in Paris ſeine große Miſſion antrat. Er ſchien uns damals ein Vielgereiſter, war lange Zeit im Oriente geweſen,

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