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Ich war leiſe eingetreten und ſtand unbemerkt auf der Schwelle vor der halb offen gebliebenen Thüre. Ich ſtand und ſtreckte horchend alle meine Fühlhörner aus. Aber die Pfarrerin war hinkend die Treppe hinauf mir nachgeſchlichen, öffnete die Thüre und drängte mich vorwärts.„Da haben wir ihn endlich,“ ſagte Frau Baucis keuchend.
„Haha!“ rief der Geſtrenge mit ſchallender Stimme und war ganz wieder der alte Polterer.„Iſt Er endlich da, junger Menſch? Will hier nicht mehr gut thun, was? Macht Streifereien in's Wilde, he?“
„Werde auch noch fortlaufen, wenn's weiter ſo geht!“ ſagte ich dreiſt.
„Hei, dafür ſind meine Wachtpoſten auf der Hut,“ rief der alte Herr,„Deſerteure werden in's Loch geſteckt, wohlgemerkt!“
„Ich weiß nicht,“ ſagte ich keck,„was Diejenigen, denen ich angehöre, verbrochen haben, aber ich will hier nicht länger ohne Schuld Gefangener ſein.“
„Hoho!“ rief der Reichsgraf, legte die Pfeife bei Seite und ſtand in ſeiner ganzen Leibeslänge vor mir. Er ſchob den Schirm von der Lampe zurück und beſah mich mit ſeinen großen Blicken von oben bis unten. Ich ſtand im vollen Lichte da. Mein Anzug war verworren genug, das Kleid voll Heu, das Haar zerzauſt. Die Frau Paſtorin, die, tödtlich über mich erſchrocken, nicht wußte, was mich angewandelt, zupfte mich hinten und vorn am Rocke.
„Wer iſt man denn und was weiß man von ſich ſelber?“ fuhr der Reichsgraf fort.„Man iſt ein Eſel, wenn man nicht froh iſt, hier das liebe Leben zu haben!“
„Ich weiß viel, wer meine Eltern ſind,“ ſagte ich keck,„aber ſo viel weiß ich, daß es mit Ew. Geſtrengen auch nicht ganz richtig ſteht.“
„Seh' mal Einer!“ wandte ſich der Alte zu Philemon und Baucis, die trippelnd und verlegen daſtanden,„wer hat ihm denn was weisgemacht?“
Die Pfarrerin rang die Hände, der Pfarrer rieb ſie ſich um einander, als müßt' er nach Waſſer ſuchen, um ſich reinzuwaſchen in Unſchuld.
„Was ſo'n Burſch keck iſt,“ fuhr der Geſtrenge fort,„faſt wie ein Bube, der das Glück gehabt hat, bei ſeiner Eltern Hochzeit ſchon
perſönlich zugegen zu ſein!— Was weiß Er denn von mir?“
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