Teil eines Werkes 
4. Bd. (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

Jetzt ſchaute ich gegenüber nach Lady Ascot. Man

ſagte, ſie ſei niemals ſchön geweſen. Ich kann dies ſehr

hr wol glauben. Allerdings war ſie eine ſchöne alte Frau,

nie aber alle guten alten Frauen ſind ſchön. Ihr Geſicht war

ſh ſehr maſſiv, und man konnte wol bemerken, wie daſſelbe

des Ausdrucks heftigſter Leidenſchaftlichkeit fähig war.

⸗ Sonſt war nichts beſonders Auffallendes an ihr, außer,

hr. daß ſie eine auffallend liebe alte Dame war. Sie unter⸗

m. hielt ſich mit General Mainwaring, einem ſtattlichen alten Krieger.

r⸗ Weiter Nichts. Ja, die ganze Gruppe hatte etwas

ich weit weniger Merkwürdiges oder Tragiſches, als ich er⸗

er wartet hatte. Ich fühlte mich enttäuſcht, bis ich zu Lord

Ascot kam, von dem ich dann meine Blicke nicht mehr ab⸗ wenden konnte.

Da war Tragik genug. Hier gab's Brutalität und wilde Leidenſchaft genug zu ſehen, in Wahrheit! Und doch 5 hatte dieſer Mann das gethan, was wir wiſſen! Es war unfaßlich! Lord Ascot, wie ich ihn jetzt zum erſten Male ſah, war ⸗ ganz einfach nichts als ein roh und abſtoßend ausſehender Mann. Seine Geſtalt war von rieſigen Verhältniſſen, wenn auch nicht der Höhe nach. Er war etwa fünf Fuß neun Zoll groß und ſehr breit in der Bruſt. Sein Haar war ziemlich dunkel und kurz geſchnitten. Sein Ge⸗ 4 ſicht von ſehr blühender Farbe und vollkommen bartlos. Seine Stirn niedrig; ſeine Augen ſehr klein und ſehr nahe bei einander. Seine ſehr buſchigen Brauen begegneten ſich über der Naſe, welche kurz und ſcharf war. Sein

in Mund war groß, und mit demſelben gelangte man an den