Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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thun will? Ei, natürlich Gouvernante werden. Charles, die Kinder ſollen mich ſo lieb haben, daß dieſes Leben ein wahres Paradies werden muß. Ich will in eine Familie gehen, wo zwei ſehr ſchöne Töchter ſind, und wenn ich dann alt und gebrechlich bin, wird es zwei Kinderſtuben geben, wo man mich oft willkommen heißen ſoll, wo die Kinder, die lieben Dinger, auf meinen Schvoß kommen und plau⸗ dern und mir ſagen ſollen, daß ſie mich faſt ebenſo lieb haben, wie ihre Mutter, die kleinen Herzchen. Das iſt meine Zukunft. Haſt Du Etwas an derſelben auszu⸗ ſetzen?“

Charles ſtand gegen das eichene Treppengeländer ge⸗ lehnt, und als er ſie ſo vor ſich ſah, als er auf dieſes mu⸗ thige, treuherzige Geſicht blickte, auf welches durch das alte Fenſter von obenherab die Sonne ſtrömte, da fühlte er, welchen Vorwurf er ſich zu machen hatte, und legte den Kopf auf das Geländer. Der Brief, den er an dieſem Morgen vom Decane erhalten, hatte ſchon gewirkt; aber der An⸗ blick dieſes tapfern kleinen Mädchens, das ſo furchtlos in die große Welt hinausſchaute, welche vor ihm lag, wirkte noch mehr. Sie, ſchwach, freundlos, mittellos und ſ muthig! Er mit dem ſtarken Arme, ſo feig und verzagt! Es war ihm eine Lehre, eine Lehre, die er nie vergaß. Doch ach! jenes fürchterliche Wort: zu ſpät!

Ach, zu ſpät! Welches Wort iſt ſo ſchrecklich, wie dieſes? Ihr werdet bald ſehen, was ich damit meine. Es iſt der Schrei, den ein gewiſſer Dichter den ver⸗ dammten Geiſtern in der Hölle in den Mund legt. Gottes Barmherzigkeit iſt unendlich, und es bleibt die Frage, ob es beſſer für Charles geweſen, wenn er anſtatt die demü⸗