Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

26

mögliche Aendernng der bisherigen Zuſammenſetzung unſerer Geſellſchaft gebildet hatte. Betriffſt du dich nicht immer, klagte er ſich in Ge⸗

danken ſelber an, auf dem Widerſpruch, daß du wol

die Menſchheit im Ganzen und Großen liebſt und den Menſchen ſelbſt geringſchätzeſt! Du fühlſt mit dem Unterdrückten, haſſeſt dieſe ungerechte Vertheilung der Erdengüter, bewunderſt die wohlmeinenden Geiſter, die das Geld abſchaffen wollen, um von dem Erſatz dafür Jedem ſoviel zu geben, als er für ſein Daſein braucht, und jedes mal, wenn du wirklich mit dem Volke in Berührung kommſt, wird es dir ſo ſchwer, über ſchlechte Kleider, entſtellte Mienen, rohe und menſchenſcheue Manieren hinwegzukommen!

Siegbert war über ſich ſelbſt ſo misgeſtimmt, daß er aufſtand und ſeine Arbeit für beendigt erklären wollte.

In dieſem Augenblick ſah er von der Seite des Schloſſes her auf den Pavillon zuſchreiten eine ſchwarz gekleidete nicht junge Dame, die einen uralten gebück⸗ ten Greis am Arme führte. Ein gleichfalls alter Die⸗ ner folgte in beſcheidener Entfernung. Unſtreitig war dies der Präſident des Obertribunals, der wol jetzt erſt unter dem Dach des Pavillons ſein Mittagsmahl

nehmen wollte. Die ſanftblickende Dame ging ſchwei⸗

—