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Gibt's vielleicht einen Herrn von Tempelheide? bemerkte Siegbert. Tempelheide? Das nicht! Da Veint der alte
von Harder im Sommer.
Wer iſt der alte von Harder? fragte Siegbert, ohne in ſeiner Arbeit aufzuhören.
Es gibt zwei Ercellenzen von Harder. Eine junge und eine alte. Alſo die Excellenzen von Harder ken⸗ nen Sie nicht? Da ſind Sie fremd. Die junge Excellenz verwaltet die königlichen Gärten, wie Erz⸗ engel Michael das Paradies, aber blos mit der Gieß⸗ kanne und dem Rechen in der Hand. Der Alte aber trägt's Schwert und die bekannte Wiegeſchale. Der iſt bei uns Gottes wirklicher Stellvertreter auf Erden, wenigſtens was die zeitliche Gerechtigkeit anbetrifft.
Alſo wol der Juſtizminiſter?
Beinahe, aber noch mehr! Es iſt der Präſident des Obertribunals! Neunzig Jahr alt! Halbblind, wie's Madame Themis verlangt, wackelig wie ihr Wiegebalken. Die Der ſchon alle hat köpfen laſſen, die würden drüben nicht auf den Kirchhof hin kön⸗ nen! Ein Todesurtel beſtätigen, iſt ihm wie'ne Priſe Schnupftaback nehmen. Die Leute haben großen Re⸗ ſpect vor ihm; mir kommt er aber kindiſch vor. Man muß ihn nur ſehen, wenn er mit Hunden und


