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Die Diakonissin : ein Lebensbild / von Karl Gutzkow
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männlicher Entſchließungen an und ſteht der Lüge des Lebens gegenüber, wie die gewappnete Tochter des Zeus. So ſich ergänzend, ſo Einer durch die Umarm⸗ ung des Andern rieſig emporwachſend ſtanden Wol⸗ mar und Conſtanze inmitten vieler Liebe und Vereh⸗ rung, die doch ſelbſt in einer auf das innere Leben der mit uns Athmenden ſo wenig achtenden Welt, wie die unſerige jetzt iſt, ſolchen Menſchen nicht fehlen können.

Aber auch Juliane verließ das immer mehr und mehr dem modiſchen Religionston verfallende, an ſich ſo ehrenwerthe Friedenthal. Die Reiſe zu ihrem Glück ging weiter als nur bis zum Rheine. Sie ging über Länder und Meere bis zu jener Zauberinſel, wo einſt eine ſtille Tropennacht den erſten Anfang der hier ge⸗ ſchilderten Verwickelungen barg. Julianens muthiger, geprüfter, tiefverſtändiger Sinn wird Hartlaubs lan⸗ ges Harren auf das Glück der Ehe lohnen, und kehrt ſie einſt aus dem Land eines ewigen Frühlings, wo ihr tapfrer Gatte ſie in Liebe hütet, wieder zurück(ſie wollte nicht dem Beiſpiele der Schweſter ihres Gatten folgen, ſondern ſelbſt die wenigen Jahre noch mit aus⸗ harren, die zu ſeiner vollendeten Dienſtzeit fehlten), ſo