194
Stimmung verlaſſen hatte, betrat es nun in der ge⸗ hobenſten wieder.
Wohl ſtörten ihn die Vorbereitungen, die der Senat traf, um Catilina zu verfolgen und vollends unſchäd⸗ lich zu machen, wohl kränkte es ihn innerlich, daß er ſeinen Freund ſich ſelbſt überlaſſen mußte in der Stunde der Noth und Gefahr, aber die Selbſterhal⸗ tung verlangte es, ſich von einer verlorenen Sache zurückzuziehen und ſich von einem verlorenen Manne loszuſagen.
Hatte er ſich erſt eine hervorragende Stellung in der Magiſtratur errungen, ſo konnte er leicht das Gewicht ſeiner Fürſprache für den geächteten Freund einlegen, der es, wie er noch immer hoffte, nicht auf das Aeußerſte kommen laſſen, ſondern es verſtehen würde, dem auf ſeine Verfolgung berechneten Apparate aus dem Wege zu gehen.
Während die Legionen, denen die Aufgabe beſchie⸗ den war, den von Catilina vor den Thoren Roms organiſirten Aufſtand niederzuwerfen, Rom verließen, ſetzte Cäſar alle Hebel in Bewegung, Prätor zu werden.
Er hatte jetzt keine Zeit, ſich um die Frauen zu kümmern, die er einſt geliebt und die er in Antium wiedergefunden.
Doch mußte er ſie aus ſeinem Landhauſe entfernen,


