163
Sein Blick traf die dichtgedrängten Reihen des Zugviehs.
„Kameraden“, rief er,„als Ihr aus der Fechter⸗ ſchule auszogt, führtet Ihr keine Stiere mit Euch, und Ihr ſiegtet und verſchafftet Euch Tauſende von Rindern. Wenn Ihr dieſe jetzt in die Schanze ſchlagt, ſo erſetzen Euch Lucaniens und Campaniens blühende Gefilde morgen tauſendfach den Verluſt! Auf! Bedenkt Euch keinen Augenblick, ſtecht die Stiere nieder, ſie werden uns gerade den Graben füllen und ihn zur Brücke machen, die uns nach Rom führt!“
Und das Schlachtfeld wurde zur Schlachtbank.
Der Graben füllte ſich mit zehntauſend Rinder⸗ körpern.
Was der Troß an Gepäck, was der einzelne Mann an Entbehrlichkeiten hatte, flog auch noch in letzter, äußerſter Anſtrengung in den Graben, ſelbſt Rüſtungen pflaſterten ihn— er klaffte nicht mehr, er nahm die Tauſende des Kappadociers auf, die ſich wie ein brauſendes Meer über ihn ergoſſen, die römiſchen Ver⸗ ſchanzungen erſtiegen und mit dem Morgengrauen auf lucaniſchem Boden und im Rücken des Craſſus ſtanden, der ſie nicht anzugreifen wagte.
Er mußte zuſehen, wie der Kappadocier den unter
Spartacus' Befehl zurückgelaſſenen Heerestheil an ſich


