Teil eines Werkes 
2. Bd. (1867)
Entstehung
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Eine Heirath mit der Wittwe des Nikomedes erſchien ihm als der ſicherſte Weg zur Verwirklichung ſeiner Pläne, und er ſah ſich inſoweit vom Glück begünſtigt, als von Urbilia auf ſeine Anfrage keine unbedingt abſchlägige Antwort erfolgte.

Urbilia fand in der Ausſicht, als königliche Pen⸗ ſionärin ihre Tage in Rom zu beſchließen, nichts be⸗ ſonders Reizendes; ſie konnte es ſich gefallen laſſen, wenn ihr der Galatier anders gefiel, Fürſtin von Galatien zu werden.

Was ging es ſie an, daß ihr Gemahl, der auf Grund der Heirath Erbanſprüche auf Bithynien machte, dieſelben mit Gewalt der Waffen gegen Rom geltend machte?

Sie hatte ſich daher vorgenommen, den Eindruck, den der Galater perſönlich auf ſie machen würde, ent⸗ ſcheiden zu laſſen.

In Ancyra, der unfern von der Grenze Bithyniens gelegenen Hauptſtadt Galatiens, ſollten Urbilia und der Fürſt der Galater zuſammentreffen, und die zukünftige Geſtaltung der Dinge wurde davon abhängig gemacht, ob beide Theile Wohlgefallen an einander finden würden.

Das waren die Neuigkeiten, welche der Kappadocier in ſeiner Heimat erfuhr und ſofort in ſeinem Sinne auszubeuten beſchloß.