23
Kolophon, Samos und andere reiche Städte und raubten Griechenlands und Aſiens ſchönſte Tempel aus.
Die Römer ſahen ſich von ihnen nicht nur auf einzelnen Schiffen angegriffen, ſondern Siciliens und Afrikas Kornflotten wurden oft von ihnen weggenom⸗ men, die wichtigſten Häfen durch ganze Geſchwader geſperrt, alle Handelszweige vernichtet, die Meere ſelbſt zur Winterszeit unſicher gemacht.
Nicht blos an den Küſten Italiens landeten ſie, ſogar in die Mündung des Tiber liefen ſie ein, über⸗ fielen die Villen der reichen Patricier, raubten edle Männer und Weiber, überwanden den gegen ſie aus⸗ geſchickten Prätor Bellienus und ſtürzten ihn ins Meer.
Es iſt Nacht und die Schiffe des Kappadociers ha⸗ ben bei Farmakuſa beigelegt, deſſen unheimliche Grot⸗ tenvorſprünge grelles rothes Fackellicht beleuchtet.
Auf dem Verdecke liegt Cäſar auf koſtbaren Tep⸗ pichen zu den Füßen Myrſa's und lieſt dem ſchönen Mädchen, das er dem Seeräuber abgekauft, ein Ge⸗ dicht in griechiſcher Sprache vor, in welchem er Her⸗ cules feierte.
Als er von Myrſa's üppigen Lippen reichliches Lob für die wohlklingenden Verſe geerntet hatte, decla⸗ mirte er einige Scenen aus einem Trauerſpiele, welches


