gelehnt, und dazwiſchen ward jetzt ein veräuchertes Gebäude ſichtbar, ganz von wilden Reben und Roſen überwuchert.
Die Fenſter des unteren Stockes ſtanden offen, und eine laute Stimme las monoton aus einem Buche vor. Es war wieder die Geſchichte von Abraham.
„Und da er nahe bei Eghypten kam, ſprach er zu ſeinem Weibe Sarai: Siehe, ich weiß daß Du ein ſchönes Weib von Angeſicht biſt.
Wenn Dich nun die Egypter ſehen werden, ſo werden ſie ſagen, das iſt ſein Weib, und werden mich erwürgen und Dich behalten. Lieber, ſo ſage doch, Du ſeiſt meine Schweſter, auf daß mir's deſto beſſer gehe um Deinetwillen und meine Seele bei dem Leben bleibe um Deinetwillen.“
„Ja“, ſagte die tiefe Stimme,„beſſer wär's auch mir geweſen, ich wäre ihm nur Schweſter ge⸗ blieben.“
Beim Klange dieſer Stimme konnte ſich der Buchbinder nicht enthalten, näher zu treten und in das Fenſter zu ſchauen, aber erſchrocken fuhr er zurück, grüßte haſtig und ſetzte dann eilig ſeinen Weg fort mit den beiden Studenten.
„Wenn man den Wolf nennt, meine Herren— hatt' ich's doch ganz vergeſſen, daß ſie hier zu Hauſe iſt


