Teil eines Werkes 
2. Band (1873) Die neue Hagar / von Julius Grosse
Entstehung
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für eine That leiden, die indeß vor dem Richterſtuhl Gottes und der Natur nicht ſo ſchwer wiegt als vor den Menſchen und ihren ſogenannten Sitten und Ge⸗ ſetzen davon laſſe ich mich auch heute noch nicht ab⸗ bringen. Aber das Eine iſt wahr, ſeit jenem Tage habe ich mein Leben vergiftet und die Heiligkeit der Ehe entweiht.

Aber das war es nicht allein.

Ich habe mit dem Feuer ſpielen zu können ge⸗ glaubt zu meinem Nutzen und nun verzehrt es mein Haus und treibt mich hinaus in die Ferne. Daß Du Philomena noch liebteſt, daß ſie noch an Dir hing wie in alten Tagen, das freute mich zuerſt, nun wird es mein Gericht und meine Strafe, denn ich ſelbſt habe jene alte Leidenſchaft entfeſſelt und zum Brande geſchürt, der meine Rechte vernichtet. Neben mir ſie zu dulden, ward mir auf die Dauer unerträglich, denn ſie iſt die Glückliche, ſie das Weib Deines Herzens und ich Die Verſtoßene!

Mit jenem Augenblick, als Du vor einigen Wochen das Wort Scheidung ausſprachſt, ſah ich mein Schick⸗ ſal unausbleiblich erfüllt; ich hatte nur nicht den Muth, ihm feſt in das Auge zu ſehen und es mit kaltem Blute auf mich zu nehmen. Aber ſei über⸗ zeugt, ſeit jenem Tage habe ich dem einmal laut ge⸗