189
daran ſoll es nicht fehlen für meinen lieben kleinen Carlman.“
Ihr Gatte antwortete nichts darauf. Wieder folgte eine jener langen ausdrucksvollen Pauſen des Schwei⸗ gens, die in letzter Zeit ſo häufig und ſo bedeutſam geworden waren.
Auf einmal trat Erna dicht vor ihren Gatten.
„Ich leſe in Deinen Augen, Carlman“, ſagte ſie feſt und beſtimmt,„Du willſt Philomena wiederholen.“
„Glaubſt Du, das ginge ſo leicht?“ erwiderte ihr Gatte.„Jetzt, nachdem ſie andere Pflichten übernommen hat, iſt auch ihr freier Weile gebunden.“
„In dieſem Fall wird jene Familie gezwungen ſein, ſich eine andere Pflegerin zu ſuchen und Philo⸗ mena freizugeben; es iſt nichts ſo feſt gebunden auf Erden, daß es ſich nicht löſen ließe“ Dieſe letzten Worte hatte ſie mit einem ganz eigenen Tone geſagt, doch Carlman hatte keinen Sinn, darauf zu achten. „Und Du wärſt alſo einverſtanden?“ ſagte er überraſcht.
„Ich will es ſogar“, ſagte ſie mit Entſchieden⸗ heit.„Dieſe Zeit war eine Probe, ſie iſt gegen mich ausgefallen. Der Himmel hat es anders beſtimmt“, ſetzte ſie leiſer hinzu.„Geh“, ſagte ſie dann faſt hart, „geh, hole ſie, ich kenne Euch alle beide!“
—


